NRW und Thüringen fördern Mieterstrommodelle für Solarstrom

Nach Nordrhein-Westfalen hat nun auch Thüringen eine landesweite Förderung von Mieterstrommodellen für Solarstrom ins Leben gerufen. Damit können Vermieter ab sofort ihre Mieter mit umweltfreundlichen und günstigen Solarstrom vom Hausdach versorgen.

Solarstrom ist durch den starken Preisrückgang der Anlagenkosten in den vergangenen Jahren für den Verbraucher äußerst attraktiv geworden. Kein Wunder, denn Solarstrom vom eigenen Hausdach kann wesentlich günstiger und gebührenfrei selbst hergestellt werden. Rund 1,5 Million Hausbesitzer nutzen diese Technik in Deutschland bereits. Zudem wurden die Investitionen mit günstigen Krediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Photovoltaikanlagen und Speicher vom Staat zusätzlich gefördert. Effektiv bedeutet das für den Hausbesitzer und Anlagenbetreiber: Das Photovoltaik-Speichersystem muss 10 bis 13 Jahre Strom produzieren, danach hat sich die Investition durch die Einsparung amortisiert und es gibt Strom umsonst.

Mieter in Mehrfamilienhäusern hatten dagegen das Nachsehen und konnten die Vorteile der Energiewende nicht nutzen. Während es sich beim Einfamilienhaus um eine Eigenversorgung handelt, ist dies im Mehrfamilienhaus dem Hausbesitzer aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sondern nur dem identischen Anlagenbetreiber. Der Solarstrom vom eigenen Hausdach wurde mit einem Strafaufschlag belegt, da der Vermieter rein rechtlich zum Energieversorger wurde und damit ein Netznutzungsentgeld in Höhe von 6,35 Cent pro Kilowattstunde zahlen musste, auch wenn der Strom nur durch die eigenen Hausleitungen floss. Damit wurde das gesamte Geschäftsmodell für Vermieter und Mieter unwirtschaftlich.

Die Förderprogramme aus Thüringen und NRW haben das Ziel Mieterstrommodelle weiter voranzutreiben und den Eigenverbrauch von Solarstrom zu erhöhen. Neben der Mieterstromförderung werden zudem Investitionen in Photovoltaikanlagen und Stromspeicher bezuschusst, Voraussetzung dafür ist der Eigenverbrauch. Zusätzlich werden Beratungsleistungen, beispielsweise für die Beratung von Bürgerenergiegenossenschaften gefördert.

Wir begrüßen diese neuen Fördermodelle, da den guten Beispielen sicherlich weitere Bundesländer folgen werden, die Bundesregierung nun hoffentlich bald das Gesetz ändern wird und Hausbesitzer und Mieter gleichstellt werden.