Nach 20 Jahren ist Schluss - Energieexperte referiert über die Zukunft von Alt-Photovoltaikanlagen

02.05.2018, Deisslingen: Im Rahmen des Energiestammtisches fand am vergangenen Donnerstag im Hotel Hirth in Deisslingen ein spannender Vortrag statt. Geladen hatte die Bürgerenergie Deisslingen, die in naher Umgebung in regenerative Energieerzeugungsanlagen investiert und diese auch betreibt. Beispielsweise ist derzeit ein neues 750 Kilowattpeak Projekt in Planung. An der Genossenschaft kann sich jeder volljährige Bürger beteiligen.

Unter dem Titel „Die Zukunft Ihrer Photovoltaikanlage “ ging der Energieexperte und Referent des Abends Daniel Drixler auf mögliche zukünftige Nutzungsszenarien ein. Neben den organisatorischen Themen, die nach dem Ablauf der EEG-Einspeisevergütung anstehen waren hauptsächlich Speicherkonzepte das Thema des Vortrags. Es muss nicht immer ein moderner und langlebiger Lithium-Ionen Speicher sein betont Daniel Drixler. Zwar installiert sein Unternehmen, das Teil einer bundesweiten Fachbetriebskette mit 43 Standorten ist, mittlerweile 70% der Neuanlagen mit einem Solarstromspeicher, allerdings sind auch thermische Speicher durchaus marktgängig. Als Möglichkeiten kommen hier bspw. ein Heizstab im Pufferspeicher der Heizung, eine Brauchwasserwärmepumpe oder auch Infrarotheizungen im Betracht.

Heute steht bei Neuanlagen im Fokus, dass möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt im Haushalt genutzt werden kann, da die Einspeisevergütung derzeit noch bei etwa 12 Cent pro Kilowattstunde liegt. Insbesondere gilt dies jedoch für Altanlagen, die nach 20 Jahre aus der Förderung herausgenommen werden. Das Ziel ist die Erreichung einer möglichst hohen Eigenverbrauchsquote des selbst erzeugten Solarstroms.

Eine komplette Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz – wie es sich mittlerweile viele Bürger wünschen ist trotz ausgereifter Speichertechnologien im Moment noch nicht möglich fügt Daniel Drixler hinzu. 70% Unabhängigkeit sind mit einer Photovoltaikanlage und Solarstromspeicher problemlos möglich. Für die restlichen 30% wird mittlerweile eine sogenannte Stromcloud angeboten, mit der es sogar möglich ist, bis zu 100% des erzeugten Solarstroms zu nutzen.

Mit dem Fazit, dass die Energieerzeugung der Zukunft sauber und dezentral sein wird, beendete der engagierte Unternehmer nach vielen Fragen der gespannten Zuhörer den Abend. Wer damals in eine Photovoltaikanlage investiert hat, ist bereits heute für die Zukunft der Energieversorgung gerüstet. Es sei allerdings auch aus wirtschaftlicher Sicht sehr interessant, Solarstrom selbst zu erzeugen und zu nutzen.